Buchtipp: Hartes Blitzlicht von Nick Fancher

Buchtipp: Hartes Blitzlicht von Nick FancherGastautorin: Monika Egli ->Homepage

Durch die Fotichaestli AG erhielt ich die Gelegenheit das Buch Hartes Blitzlicht – kreative Looks für kleine Sets – von Nick Fancher zu lesen und zu beurteilen. Danke für dieses Vertrauen.

Für Blitzer mit Vorkenntnissen

Ein gutes und verständlich geschriebenes Buch, auch wenn ich zu Beginn enorme Mühe hatte, mich auf die Texte zu konzentrieren. Meiner Ansicht nach sollte der Leser bereits Vorkenntnisse im Zusammenhang mit Licht und Blitz besitzen.

Nick Fancher schreibt im Vorwort, dass sein Buch keine Gebrauchsanleitung sei, sondern es soll die Leser dazu auffordern kreativ zu sein und sich selbst Techniken und Hilfsmittel zu überlegen. Er gibt immer wieder interessante Denkanstösse, auf die man nicht immer selber kommt oder er weist auf Techniken, Hacks oder Tipps hin, die er entweder selber entwickelt oder über die Jahre aufgeschnappt hat.

Ausrüstung

Braucht man neues Equipment oder kann man seine bestehende Ausrüstung noch weiter ausreizen. Nick ist der Meinung, dass es nicht immer das neueste und teuerste Produkt sein muss. Er baut seine Utensilien, welche er im Laden nicht findet sogar selber, wie ein Bouncer. Ich habe versucht diesen nachzubauen, habe die gewünschten Effekte aber bis anhin noch nicht hinbekommen, werde aber nicht locker lassen. Vielleicht haben mir bis jetzt auch nur die richtigen Modelle gefehlt oder ich muss den Lichtauslass noch etwas enger gestalten.

Situationsbedingt beschreibt Nick, wann er lieber mit „hartem“ als mit „weichem“ Licht arbeitet und wie er das natürliche Licht ins Bild mit einbezieht. Das ist ja nicht immer leicht, sobald unterschiedliche Lichtarten aufeinander treffen.

Nick-Fancher-Beispiel-Modell-1

Nick-Fancher-Beispiel-Modell-Ergebnis

Viele Tipps und Tricks

Immer wieder beschreibt er kleine Tipps und Tricks, wie man z.B. ohne störende seitliche Schatten fotografieren kann. Da empfiehlt er das Foto im Querformat aufzunehmen und es bei der Bearbeitung wieder ins Hochformat zuzuschneiden. Ein weiterer Tipp: zuerst herausfinden, wie der Schatten fällt, bevor man sich mit dem zu fotografierenden Objekt befasst z.B. die Behältnisse ohne den Inhalt fotografieren, da sich in der Foodfotografie oft die Wärme negativ auf die zu fotografierenden Speisen auswirkt.

Nick-Fancher-Beispiel

Nick-Fancher-Besteck

Auf seinen Reisen, mit kleinem Fotorucksack, der als Handgepäck durchgeht, hat Nick gelernt, mit den Gegebenheiten vor Ort umzugehen und mit dem Licht zu spielen. Wände und Sonnenabdeckungen als Reflektoren oder als Diffusoren zu verwenden und mit einem einfachen Aufsteckblitz sich das Licht so zu modellieren, wie er es sich vorstellt und benötigt.
Er fordert immer wieder auf, kreativ tätig zu werden und ungewöhnliche Lichtpositionen auszusuchen, sei dies ein Blitz in einem Lokus zu positioniert um eine darauf sitzende und lesende Person von unten zu beleuchten. Dazu erinnert er immer wieder, dass man das nervige Umgebungslicht relativ leicht gefügig machen kann, wenn man nur kreativ ist. Sein Tipp um das Licht besser lesen zu lernen lautet, die Natur beobachten und falls notwendig die hellen Bereiche in einem Bild gezielt zu beleuchten.

Genau wie Chase Jarvis ist Nick Fancher der Meinung: „Die beste Kamera ist die, die man gerade dabei hat.“

Die Rolle der Kamera

Mir ist auch schon passiert, dass ich die Kamera nicht dabei hatte aber auf eine Situation gestossen bin, die ich gerne festgehalten hätte. Zum Glück gibt es die Handykamera. In einem der Kapitel weisst Nick auf einige Funktionen hin, welche das Handy bietet, aber viele Benutzer gar nicht kennen, so zu Beispiel die Belichtungssperre, damit sich die Handykamera nicht auf die allgemeine Belichtungsautomatik einstellt und einzelne Bereichte ausfressen lässt. Im weiteren erläutert er, anhand eines Bildes, wie er mit „Snapseed“ Bilder bearbeitet.

In jedem Kapitel geht er auf verschiedene Situationen ein und wie man mit den verschiedensten Lichtformern und Filtern spezielle Effekte in die Bilder einfliessen lassen kann, und erläutert anhand von Beispielen seine Bildentwicklungen.

Fazit

Das Buch ist lesenswert, benötigt aber einige Vorkenntnisse im Umgang mit dem Blitz.

Alle Abbildungen in diesem Blogbeitrag sind aus dem Buch von Nick Fancher.

Tags: Buchtipp

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