ND-Filter zum Aufschrauben
Ein ND-Filter schluckt Licht, ohne die Farben zu verändern. So werden aus Wasserfällen weiche Schleier, aus ziehenden Wolken Streifen und aus einem belebten Platz eine leere Fläche. Hier findest du Schraub-ND-Filter von Haida in 3, 4, 6, 10 und 12 Blenden, in allen gängigen Durchmessern und auch als magnetische Variante zum schnellen Wechseln.
Welche Stärke brauchst du?
Die Stärke steht für die Anzahl Blendenstufen, die der Filter schluckt. Jede Stufe verdoppelt die Belichtungszeit. Daneben findest du oft die optische Dichte, etwa ND0.9 für 3 Stufen, ND1.8 für 6 und ND3.0 für 10.
Die Stufen in der Praxis
3 Blenden (ND0.9): Der leichte Einstieg. Bringt dich an einem bewölkten Tag von 1/60 auf eine halbe Sekunde. Für Bachläufe im Wald und für offene Blende im Freien oft schon genug.
4 Blenden: Die Zwischenstufe, wenn 3 zu wenig und 6 zu viel ist. Besonders in der Dämmerung nützlich, wo das Licht ohnehin schon schwindet.
6 Blenden (ND1.8): Der Allrounder. Wenn du nur einen einzigen Filter kaufen willst, nimm diesen. Aus 1/125 werden gut zwei Sekunden, das reicht für fliessendes Wasser und erste Wolkenbewegung.
10 Blenden (ND3.0): Der Klassiker für Langzeitbelichtung. Aus 1/125 werden acht Sekunden. Damit gelingen Wolkenstreifen und spiegelglattes Wasser auch bei Tageslicht.
12 Blenden: Für helles Mittagslicht und Belichtungen im Minutenbereich, wenn selbst 10 Stufen nicht genügen.
Ein praktischer Hinweis zu den starken Filtern: Ab 10 Blenden siehst du durch den Sucher praktisch nichts mehr. Setze deshalb Bildausschnitt und Fokus zuerst, schalte dann auf manuellen Fokus und schraube den Filter erst danach auf. Sonst sucht der Autofokus vergeblich.
Die richtige Grösse
Der Durchmesser steht auf der Frontseite deines Objektivs hinter dem Zeichen ø, gängig sind 49, 52, 58, 62, 67, 72, 77 und 82 mm. Du musst den Filter aber nicht für jedes Objektiv einzeln kaufen: Nimm ihn im grössten Durchmesser, den du brauchst, und adaptiere ihn mit Step-Up-Ringen an alle kleineren Objektive. Umgekehrt geht es nicht, ein zu kleiner Filter dunkelt die Bildecken ab.
Magnetisch statt schrauben
Magnetische ND-Filter sitzen auf einem Adapterring, der einmal ins Gewinde geschraubt wird. Danach hält der Filter magnetisch und ist in einer Sekunde gewechselt. Das ist vor allem dann angenehm, wenn du bei Sonnenuntergang mehrfach die Stärke wechselst, und es löst nebenbei das Problem verkanteter Filter, die sich im Kalten nicht mehr lösen lassen. Mehr davon findest du unter magnetische Filter.
Farbneutral heisst nicht überall dasselbe
„Neutral" ist bei günstigen Filtern eher ein Versprechen als ein Zustand. Billige ND-Filter ziehen ins Magenta oder Grün, und bei 10 Blenden lässt sich das kaum noch sauber korrigieren. Die Serien von Haida geben die Farbneutralität deshalb an. Bei starken Filtern lohnt der Aufpreis besonders, dort fallen Farbstiche am deutlichsten auf.
Wenn du die Stärke ständig wechselst
Wer filmt, ist mit einem variablen ND-Filter besser bedient, weil dort die Belichtungszeit an die Bildrate gebunden ist und nur der Filter die Belichtung regelt. Wer mit Verlaufsfiltern kombinieren oder mehrere Filter stapeln will, findet im Steckfiltersystem die flexiblere Lösung.









